Stadtbäume in Fürth besser schützen

Wenn der Stadtrat schon darauf verzichtet, den „Klimanotstand“ auszurufen, so sollte wenigstens der bereits eingetretene Baumnotstand den Verantwortlichen zu denken geben. Das jedenfalls ist die Ansicht der VCD-Ortsgruppe Fürth und der BN-Kreisgruppe Fürth-Stadt. „Aufgrund der heißen Sommer sind in den letzten 3 bis 4 Jahren rund 10 Prozent der öffentlichen und privaten Stadtbäume im Stadtgebiet abgestorben oder schwer geschädigt“, schätzt BN-Kreisvorsitzender Reinhard Scheuerlein.

Befahren und Beschädigung der Baumwurzeln an der Kaiserstraße

Unzureichend gegen Beschädigungen geschützte Bäume an der Kaiserstraße

Durch Trockenheit abgestorbene Bäume in der Maxstraße in Fürth

09.08.2019

Zwar begrüßen BN und VCD die Absicht des Fürther Stadtrates, jedes Jahr eine beträchtliche Zahl von Bäumen und Sträuchern neu zu pflanzen. Für mindestens genauso wichtig halten sie es aber, vorhandene große Bäume zu erhalten und ihre Standortbedingungen durchgreifend zu verbessern, damit sie auch weitere Hitze- und Trockenperioden in den Sommern kommender Jahre durchstehen.

Ein Beispiel, wo VCD und BN dies für besonders nötig halten, ist die Platanenreihe in der Kaiserstraße. Gemäß Presseberichten sollten hier die Parkplätze saniert werden, weil es an Autos zu Schäden kam. "Wie man hier vorgegangen ist, ist eine Schande, so Christoph Wallnöfer, Ortsvorsitzender des Verkehrsclub Deutschland. "Nicht nur, dass es größten Teils weiterhin wohlwollend erlaubt ist, mit dem Auto ganz eng am Stamm der Bäume und damit auf den Wurzeln zu parken, jetzt wurden an manchen Stellen - offensichtlich durch den Wegfall der Bordsteine - die Wurzeln vollkommen frei gelegt."

Wie lange die Bäume diesen Zustand verkraften, sei laut BN und VCD fraglich, bekanntlich sei allein das mit Asphalt und Gehwegplatten großflächige Deckeln der Wurzeln für jeden Straßenbaum der pure Stress. "Es wäre daher dringend erforderlich, dass die Stadt mit ihren eigenen Bäumen kein schlechtes, so wie hier, sondern ein gutes Beispiel gibt", so BN-Kreisvorsitzender Reinhard Scheuerlein. Aus Sicht von VCD und BN bräuchte es ein völliges Umdenken für die Kaiserstraße: Statt "Großraumparkplatz" mit Einbahnstraßenführung, sollte die Straße wieder erlebbar gemacht werden.

Mit Bänken unter den schattenspendenden Bäumen, drum herum Grün und Blumen, statt hässlichem Schotter wie auf einer unliebsamen Baustelle. Der Asphalt müsste im Wurzelbereich der Bäume geöffnet und mit Mutterboden bedeckt werden, damit Luft und Wasser an die Wurzeln herankommen. Und ja, auf einige der Einstellplätze müsste dann verzichtet werden. "Bei einer Ausweisung als Verkehrsberuhigten Bereich", so Wallnöfer, "wäre auch ohne weiteres ein Zweirichtungsverkehr möglich. Vor allem für den Radverkehr ist die Straße in Ost-West-Richtung momentan fast in ihrer gesamten Länge ein ,No Go'. Die Anwohner müssen entweder mit dem Rad große Umwege fahren, um ihre Haustür zu erreichen oder ihr Rad schieben."

Die täglich zu beobachtende Realität sei allerdings eine andere. Fahren auf dem Bürgersteig oder entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung sei der Normalfall. VCD und BN fordern die Stadt Fürth daher auf, in der Kaiserstraße schnell zu handeln und den Erhalt der Platanen zu sichern. Dafür erforderlich ist das Erstellen eines neuen Konzeptes für den gesamten Straßenzug in Zusammenarbeit mit Anwohnern, Wohnungseigentümern und interessierten Verbänden.

Bericht im FrankenFernsehen