Fürth braucht mehr Grünflächen in der Innenstadt, nicht noch weniger!

BUND Naturschutz Zur Diskussion um eine Umwandlung der Konrad-Adenauer-Grünanlage in einen Marktplatz

Der BUND Naturschutz begrüßt Überlegungen für eine attraktive Fürther Innenstadt, allerdings dürfen dabei Fragen des Natur- und Umweltschutzes nicht außer Acht gelassen werden.

Mit bunten Bildern wird für das Projekt eines "Schnabuliermarktes" in der Konrad-Adenauer-Anlage geworben. Wer damit jedoch den Eindruck erweckt, die Grünanlage könnte mehr oder weniger bleiben wie sie ist und es könnte darin ein Markt stattfinden, verbreitet nach Auffassung des BUND Naturschutz in der Öffentlichkeit falsche Vorstellungen.

Kein GRAU statt GRÜN in der Adenauer-Anlage

So würden die Rasenflächen der Grünanlage keineswegs bestehen bleiben wie auf den Bildern teilweise dargestellt. Stattdessen wäre die großflächige Pflasterung und teilweise Bebauung auf einem Großteil der Parkfläche der Adenauer-Anlage vorgesehen.

Die großen Altbäume würden durch die entsprechenden Eingriffe in ihren Wurzelraum sowie durch Bodenverdichtung schwer und dauerhaft geschädigt. Eine drastisch verringerte Lebensdauer der Großbäume wäre dadurch zu erwarten.

Fazit: ein ständiges intensives Marktgeschehen ist mit einer über viele Jahrzehnte gewachsenen Grünanlage nicht zu vereinbaren! Beides geht nicht!Ein solcher Markt an dieser Stelle würde bedeuten, dass die öffentliche Grünanlage auf Dauer drastisch verkleinert und die bestehenden Bäume in ihrem Bestand erheblich gefährdet werden.

Schließlich finden Märkte landauf landab auf Marktplätzen statt, die großzügig befestigt sind. Doch gepflasterte, versiegelte und bebaute Flächen gibt es in der gesamten Fürther Innenstadt und im Umfeld der Adenauer-Anlage bereits jetzt mehr als genug. Dagegen sind echte Grünflächen innerhalb der Innenstadt absolute Mangelware.

Aber gerade hier braucht Fürth unbedingt mehr Bäume und Grünflächen und nicht noch weniger. Der erhebliche Mangel an quartiersbezogenem Grün innerhalb der dichten Bebauung kann durch die angrenzenden Talauen nur in ihren Randbereichen ausgeglichen werden. Gleichzeitig werden bei Sanierungen in den zahlreichen Innenhöfen immer wieder Kfz-Stellplätze angelegt, anstatt die Möglichkeiten einer Hofbegrünung zu nutzen.

Gerade im Hinblick auf länger andauernde Hitzeperioden, die gemäß der gängigen Prognosen im Zuge des laufenden Klimawandels häufiger zu erwarten sind, sind dermaßen dicht bebaute Stadtteile anfällig. Vor allem für gesundheitlich angeschlagene Menschen, Senioren und Kleinkinder steigen damit die gesundheitlichen Risiken. Auch diese Aspekte müssen bei solch weitreichenden Entscheidungen über die Gestaltung und Entwicklung der Innenstadt einbezogen werden.

Der BUND Naturschutz spricht sich auch dafür aus, den öffentlichen Freiraum nicht immer weiter zu kommerzialisieren. Dazu sind diese Flächen viel zu knapp und viel zu wertvoll für das Gemeinwohl. Sie müssen gerade bei einer wachsenden Einwohnerzahl auch weiterhin für alle Bevölkerungsschichten nutzbar bleiben.

Der BUND Naturschutz plädiert daher dafür, eine bisher zugepflasterte und versiegelte Fläche im Bereich der Fürther Freiheit und deren Umfeld mit Bäumen zu bepflanzen und dann dort die Planung eines "Schnabuliermarktes" zu verwirklichen.