70 Jahre BUND Naturschutz in Fürth

Hochkarätige Gäste konnte BN-Kreisvorsitzender Reinhard Scheuerlein am 19. Juli zum 70-jährigen Bestehen des Fürther BUND Naturschutz in der ELAN-Halle begrüßen. Neben OB Dr. Thomas Jung sprachen auch die Bundestagsabgeordneten Carsten Träger (SPD) und Uwe Kekeritz (Grüne) sowie der Fürther CSU-Fraktionsvorsitzende Dietmar Helm Grußworte. BN-Vorsitzender Richard Mergner und BUND-Vorsitzender Hubert Weiger rundeten das Vortragsprogramm ab und wiesen auf Erfolge in den zurückliegenden Jahrzehnten und künftige Herausforderungen hin.

Aktuelle und frühere BN-Vorsitzende v.l.n.r.: Helga Krause (Kreisvorsitzende von 1992-1993), BN-Landesvorsitzender Richard Mergner, Hans Schiller (Pappmaché, Kreisvorsitzender von 1949 -1955 und von 1966 bis 1978), stellv. Landesvorsitzende Doris Tropper, Mignon Sauer (Kreisvorsitzende von 1993-2001), BUND-Voristzender Prof. Dr. Hubert Weiger, Reinhard Scheuerlein (Kreisvorsitzender seit 2001)

21.07.2019

Zahlreiche Mitglieder, BN-Aktive aus benachbarten Kreisgruppen und Vertreter befreundeter Verbände hatten sich an der Kapellenstraße eingefunden. Im Anschluss an den offiziellen Teil bestand noch reichlich Gelegenheit für Gespräche. Musikalisch untermalt wurde der Abend vom Frauen-Trio Mocha, das mit eigenwilligen Melodien filigrane Klangbilder schuf.

Es war am 11. Juni 1949, vier Jahre nach Kriegsende und wenige Wochen nach Inkrafttreten des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Die Folgen des Kriegs waren noch lange nicht überwunden, die Versorgungslage begann sich allmählich zu verbessern. Da war es wahrlich nicht einfach, das Thema Naturschutz unter die Menschen zu bringen.

In diesem Umfeld gründeten die damaligen Mitglieder des Bundes Naturschutz einen "Ortsverein", wie es damals hieß. In dieser Situation war das nur möglich, weil die Beteiligten eine starke Liebe zur Natur besaßen. Und ein tiefes Bewusstsein für die Bedeutung einer intakten Umwelt für den Menschen. Das alles war ihnen so wichtig, dass sie den Bund Naturschutz in Fürth noch vor den ersten Bundestagswahlen und vor der Gründung vieler behördlicher Institutionen ins Leben riefen.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass es bereits in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts für einige Jahre eine Ortsgruppe des Bundes Naturschutz in Fürth gab. Ihr Vorsitz wurde dem damaligen Nazi-Oberbürgermeister angedient. Aber dieser hatte mit Naturschutz nichts am Hut und sollte nur als Gallionsfigur dienen. Mit dieser Episode konnten und wollten sich die Vorstände der späteren Kreisgruppe nicht mehr identifizieren.

Hans Schiller, der erste Kreisgruppenvorsitzende im Jahr 1949, hat in seiner Persönlichkeit Vieles vereint. Die meisten kennen ihn nur als langjährigen Stadtgartendirektor in den 50er und 60er Jahren. Doch er war auch Künstler, der zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen schuf und er war ebenso glaubwürdiger Naturschützer. Deshalb fand es damals niemand verwunderlich, dass das Stadtgartenamt auch die Untere Naturschutzbehörde und gleichzeitig die Geschäftsstelle des Bundes Naturschutz war. Etwas, was trotz guter Zusammenarbeit mit städtischen Dienststellen heute so nicht mehr vorstellbar wäre.

Im Jahr 2018, zum 200. Jubiläum der Stadterhebung Fürths, konnten die Fürther die nach ihrer Meinung wichtigsten Persönlichkeiten der Stadtgeschichte wählen. Unter den ersten zehn war auch Hans Schiller, der mit der Gartenschau "Grünen und Blühen" 1951 und mit der Stadtparkerweiterung sehr populär war und ist. Daraufhin durfte die Fürther Künstlerin Christiane Altzweig seine Nachbildung aus Pappmaché erschaffen. In dieser Form war er am Jubiläumsabend quasi anwesend.

Genauso ist die Kreisgruppe Fürth-Stadt sehr dankbar und stolz darauf, dass Hubert Weiger, der heutige Bundesvorsitzende des BUND, von 1980 bis 1986 bereit war, neben anderen Aufgaben auch ihre Leitung zu übernehmen. Damit gelang ein entscheidender Generationswechsel und die Entfachung einer hervorragenden Aufbruchstimmung für den BUND Naturschutz in Fürth.

Heute stellen wir in Zeiten der drohenden Klimakrise fest, dass die Herausforderungen im Natur- und Umweltschutz auf allen Ebenen nicht weniger, sondern mehr werden. Und so sind alle Fürther Mitglieder herzlich dazu eingeladen, in unserer Kreisgruppe gemeinsam für Mensch und Natur aktiv zu sein.