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Energiewende und Klimaschutz

Einsatz gegen die Schwelbrennanlage

Ab Mitte der 1980er Jahre war die Abfallentsorgung ein beherrschedes Thema der Kommunalpolitik in Fürth. Nachdem das Ende der Ablagerungsmöglichkeiten auf dem Atzenhofer Müllberg absehbar war, wurde fieberhaft nach neuen Konzepten gesucht, wobei die Politik für großtechnische Lösungen sehr empfänglich war. Da kam es wie gerufen, dass Siemens KWU eine (zunächst) kostenlose Anlage zur Müllverschwelung anbot.

Zusammen mit dem Verein "Müll und Umwelt" engagierte sich der BUND Naturschutz von Beginn an gegen diese Anlage. Der Kern der Kritik des BUND Naturschutz war, dass es sich dabei um eine unzureichend erprobte Technologie handelte, weil dafür bislang nur wesentlich kleinere Anlagen existierten. Damit bestand ein hohes Risiko für zusätzliche Luftbelastungen im Umfeld.

Genauso wie andernorts in Bayern hielt der BN die Anlage für völlig überdimensioniert, wenn alle sinnvollen Möglichkeiten zur Müllvermeidung, Abfalltrennung und zum Recycling tatsächlich ausgeschöpft werden würden. Tatsächlich wurden im Zuge der Diskussion in Fürth flächendeckend Biomülltonnen sowie ein Bringsystem für Papier, Metalle und Blech sowie für Altglas eingeführt („Grüne Zigarren“). Erst später bekamen alle Haushalte auch eigene Altpapiertonnen.

Nach großen Demonstrationen in der Fürther Innenstadt wurde auch versucht, die damals neue Möglichkeit eines Bürgerbegehrens gegen die Anlage zu nutzen, das die Kritiker 1993 jedoch mit 51 :49 Prozent knapp verloren.

Artikel der Fürther Nachrichten "Der Tag, an dem die Giftwolke über Fürth zog" vom 28. August 2008