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Fürther Stadtnatur darf nicht unter die Räder kommen

Der BUND Naturschutz ist über mögliche schwerwiegenden Eingriffe durch Planungen der Stadt Fürth an der Pegnitz sehr besorgt und fordert OB Dr. Thomas Jung und die Stadtratsparteien dazu auf, hier von Maximalvorstellungen abzurücken.

11.02.2022

Derzeit sind im naturbelassenen Teil der Pegnitztalaue nahe des Fürther Rathauses zahlreiche Planungen am Laufen: der Neubau des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums, eine neue Uferpromenade zwischen Karlsteg und Helmplatz sowie der Umbau des Mühlengebäudes zu einem Hotel. Außerdem fasste der Fürther Bauausschusses erst Anfang Februar die Grundsatzentscheidung zum Bau einer neuen Geh- und Radwegebrücke über die Pegnitz im Bereich der Wolfsgrubermühle.

Der BUND Naturschutz begrüßt den Ausbau sicherer Wege für Radfahrer und Fußgänger. Dies muss aber umweltgerecht und in der Stadt flächendeckend passieren, nicht nur in den Talauen.

Schon Mitte letzten Jahres hat der BN darauf hingewiesen, dass die von der Stadt Fürth beauftragte Kartierung streng geschützter Tierarten im Bereich der Wolfsgrubermühle zu bemerkenswerten Ergebnissen geführt hat. Insbesondere der artenreiche Bestand an vorkommenden Fledermäusen dürfte im gesamten Stadtgebiet einmalig sein. Bislang ist allerdings kaum zu erkennen, dass die von der Stadt betriebenen Planungen dazu führen, bedrohte Natur in der Stadt zu erhalten.

Dabei begrüßt der BUND Naturschutz, dass die Stadt Fürth seit 2020 dem bundesweiten Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ angehört. Die dazugehörige Deklaration „soll Kommunen dazu motivieren, den Erhalt der biologischen Vielfalt als Grundlage einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu berücksichtigen und entsprechende Anforderungen in kommunale Entscheidungsprozesse einzubeziehen“.

"Wir sehen darin aber auch eine besondere Verpflichtung der Stadt, gerade bei Planungen in den ökologisch bedeutenden Talauen den Erhalt streng geschützter Tierarten zu beachten und rufen die Mitglieder des Stadtrats dazu auf, diesen nicht unter den Tisch fallen zu lassen", so Reinhard Scheuerlein, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Fürth-Stadt.

Zwar spricht die Stadt Fürth davon, bei den Planungen an der Pegnitz zwischen Karlsteg und Ludwigbrücke dem Arten- und Landschaftsschutz einen hohen Stellenwert beizumessen. Doch dazu sind jetzt folgende Schritte nötig, zu denen der BUND Naturschutz Stadtrat und Stadtverwaltung aufruft:

  • Alle verschiedenen Planungen in diesem Bereich müssen im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf den Arten- und Landschaftsschutz in ihrer Gesamtheit betrachtet werden und nicht einzeln. Ansonsten würde das Vorgehen einer Salamitaktik gleichkommen.

  • Im anstehenden Gestaltungswettbewerb sind eindeutige Vorgaben zum Arten- und Landschaftsschutz als Grundlage für die Planerinnen und Planer erforderlich. Dabei sind die natürlich gegebenen Grenzen in diesem Gebiet zu beachten, z.B. es ist schlicht nicht möglich einen barrierefreien, aufgeständerten Geh- und Radweg unter weitgehender Schonung der Ufergehölze zwischen Karlsteg und Helmplatz zu errichten. Diese Anforderungen passen an dieser Stelle nicht zusammen, so dass es deutlich absehbar ist, dass irgendetwas davon auf der Strecke bleiben wird. Dies darf in diesem sensiblen und geschützten Landschaftsraum nicht der Naturschutz sein!