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Den Königsplatz entsiegelt? Im Ernst?

Die Neugestaltung des Königsplatzes beim Fürther Rathaus geht auf die Zielgerade. Mehr als Verwunderung löste die Aussage aus der Stadtverwaltung aus, der Königsplatz wäre damit entsiegelt worden. Angesichts nach wie vor großer Pflasterflächen hält der BUND Naturschutz dies für eine gewagte Behauptung, auch wenn die unbefestigten Bereiche geringfügig vergrößert wurden.

15.09.2026

Im Allgemeinen wird der Begriff „Entsiegelung“ für den Ersatz von Pflaster- oder Asphaltbelägen durch offenen Boden verwendet. Dieser lässt nicht nur das Regenwasser versickern, sondern reinigt es durch die belebte Bodenschicht, und er kann bepflanzt werden. Demgegenüber werden sich die Pflasterflächen des Königsplatzes bei intensiver Sonneneinstrahlung im Sommer stark aufheizen. Und das in einer Umgebung, in der durch die großflächige Rathauskreuzung ohnehin ein ungünstiges Kleinklima herrscht.

Dabei liegt in der Umgestaltung von innerstädtischen Freiflächen eine große Chance für die Anpassung an den Klimawandel, um Fürth für die nächsten Jahrzehnte in dieser Hinsicht fit zu machen. Leider wurde diese Chance beim Königsplatz nach Auffassung des BUND Naturschutz großteils vergeben.

Wasserdurchlässige Pflasterbeläge mögen ja am Anfang funktionieren und einen Teil des Regenwassers passieren lassen. Doch wer garantiert, dass die entsprechenden Poren im Laufe der Jahre durch eingeschwemmten Sand und Staub nicht zunehmend verstopfen?

Auch wenn der Königsplatz künftig für wenige Termine pro Jahr für Veranstaltungen genutzt werden kann, stellt sich uns die Frage, ob diese Gestaltung angesichts der Nachteile verhältnismäßig ist. Zumal es in der Fürther Innenstadt auch bislang keinen Mangel an Veranstaltungsplätzen gibt (siehe Fürth-Festival). Doch woran es hier nach Auffassung des BUND Naturschutz wirklich mangelt, ist das Grün, das die sommerliche Aufheizung verhindert und kühlenden Schatten wirft.

Schließlich hat die erst kürzlich veröffentlichte Stadtklima-Analyse überdeutlich gemacht, dass Fürth gerade in den besonders verdichteten Stadtteilen angesichts zunehmend heißer Sommer vor gewaltigen Herausforderungen steht. Spätestens jetzt hört das Stadtgrün auf, nur „nice to have“ zu sein. Es sollte unser aller Ziel sein, dass Menschen auch künftig noch gerne in diesen Stadtteilen wohnen und leben. Dafür rufen wir Stadtrat und Stadtverwaltung zu mehr Anstrengungen in dieser Hinsicht auf. Die Zeit drängt.