Grünes Kapital erhalten
Nach der Vorstellung der Bebauungspläne für das parkartige Hirschmann-Areal im Fürther Westen zwischen Würzburger und Hardstraße warnt der BUND Naturschutz vor Illusionen. Denn die Pläne hält der BN auf dem sensiblen Gelände für viel zu weitgehend, um seine Bedeutung für die Natur, das Stadtklima und die damit zusammenhängende Gesundheit der Menschen im Umfeld zu bewahren. Daher appelliert der BUND Naturschutz an die Mitglieder des Fürther Stadtrats, diese Pläne zu überdenken.
Schlaflose Nächte, weil die Temperaturen selbst in der Nacht nicht mehr auf ein angenehmes Maß abkühlen, oder Konzentrationsprobleme, weil der ganze Organismus mit der Bewältigung der Hitze beschäftigt ist. Im schlechtesten Fall kann es zu einer lebensgefährlichen Dehydrierung kommen. Das sind die Auswirkungen extremer Hitze auf die Menschen.
Wie eine Stadt wie Fürth als Hitzeinsel an ohnehin schon heißen Sommertagen wirkt, ist in der Stadtklima-Analyse gut dokumentiert. Diese wurde gerade erst im Juli im Stadtrat beschlossen. Sie zeigt, dass die Bevölkerung in Fürth einer höheren Hitzebelastung ausgesetzt ist als die in vielen anderen Kommunen.
„Doch wir können die Herausforderungen der Klimakrise in Fürth meistern, aber nur, wenn wir von jetzt an diesem Ziel eine höhere Bedeutung zumessen und das Richtige tun“, so Reinhard Scheuerlein, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Fürth-Stadt. „Dass Fürth auf diesem Gebiet verstärkt handeln muss, steht außer Frage.“
In diesem Sinne hält es der BUND Naturschutz für geradezu fahrlässig, wenn die Ergebnisse der Stadtklima-Analyse für laufende Planungen nur unverbindlich sein sollen. Dabei ist darin das Hirschmann-Areal als besonders wichtiger stadtklimatischer Ausgleichsraum mit sehr hoher Empfindlichkeit gegenüber baulichen Eingriffen ausgewiesen.
Doch wurden bei der Vorstellung der Bebauungsideen die Folgen für das parkartige Areal nach Einschätzung des BUND Naturschutz verharmlost. „Niemand sollte sich von bunten Bildern mit viel grüner Farbe blenden lassen“, so Reinhard Scheuerlein, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Fürth-Stadt. „Die angedachte Bebauung würde tiefgreifende Eingriffe in das vorhandene Grün mit sich bringen und seine positive Wirkung im umgebenden Stadtquartier gefährden.“
Neben bereits eingeräumten Baumverlusten sieht der BN auch zahlreiche weitere Altbäume in Gefahr, die sich in dem Areal seit Jahrzehnten entwickeln konnten. So würde eine Baustelle in dieser Größenordnung umfangreiche Arbeits- und Bewegungsräume, Lagerflächen und Containerstellplätze mit sich bringen.
Insgesamt ist der BUND Naturschutz nicht davon überzeugt, dass die jetzt gemachten Versprechungen auch tatsächlich eingehalten werden könnten. Grüne Restflächen und übrigbleibende Bauminseln könnten nicht dieselbe positive Wirkung für die Menschen im Umfeld entfalten wie ein geschlossener Grünbestand.
Im Hinblick auf den Wohnungsbau gibt es in Fürth mehrere weitere Vorhaben, die keine oder wesentlich geringere Eingriffe in den Grünbestand erfordern. Auch die Aktivierung eines Teils der über 2.000 leerstehenden Wohnungen (Mikrozensus 2022) könnte dabei helfen.






