BN lehnt Party Location am Felsenkeller im Fürther Stadtwald ab und fordert klare Regeln

Im April 2018 wurde die Gastronomie am Felsenkeller im Fürther Stadtwald nach dem Kauf des Geländes durch die Stadt Fürth neu eröffnet. In zwei Sommern hat der Biergarten von April bis September zahlreiche Besucher angelockt. War das den Betreibern nicht genug? Der BUND Naturschutz ist jedenfalls der Auffassung, dass dieser sensible Standort inmitten des geschützten Waldgebiets nicht für jede Art von Veranstaltung geeignet ist und klare Regeln braucht.

21.11.2019

So drohte der Felsenkeller in jüngster Zeit zu einer Party Location inmitten des Stadtwalds zu werden. Für den 22. November war unter dem Titel "Fridays for Hüttengaudi" eine "Hüttenparty" mit einer "DJane" von 17 bis 24 Uhr angekündigt. Dabei wäre wohl nicht zu erwarten gewesen, dass es sich nur um Live-Musik handelt, die "dezent und immer unverstärkt" ist, so wie es von den Betreibern im Vorfeld versprochen wurde. Vielmehr war damit zu rechnen, dass diese auch im Wald deutlich zu hören gewesen wäre.

Außerdem war dabei keine Rede mehr davon, dass, das "Waldidyll mit Respekt behandelt werden soll" und "seine Lage rauschende Partys mit Lärm und Ausschweifung verbietet", wie der Geschäftsführer noch Anfang März 2018 in den Fürther Nachrichten zitiert wurde. Darüber hinaus sollte auch die versprochene Schließzeit von 21 Uhr deutlich überschritten werden. So hat das Ordnungsamt der Stadt Fürth die Veranstaltung erst mal untersagt.

„Eine solche Entwicklung zu einer „Party Location“ lehnt der BUND Naturschutz am Felsenkeller im Fürther Stadtwald ab und hält diesen Standort nicht für Öffnungszeiten bis tief in die Nacht hinein für geeignet", so Reinhard Scheuerlein, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Fürth-Stadt.

Bereits in seinem Schreiben an den Fürther Oberbürgermeister von Ende Februar 2018 hatte der Fürther BUND Naturschutz begrüßt, dass die Stadt die Gelegenheit wahrgenommen hat, die gastronomisch genutzte, ehemalige Hopfendarre am Felsenkeller zu erwerben, um damit besser in der Lage zu sein, die künftige Nutzung zu steuern.

"Wir haben allerdings auch darauf hingewiesen, dass es sich hier um ein sehr sensibles Gebiet handelt, das besondere Vorkehrungen und Regelungen erfordert: der Fürther Stadtwald ist nicht nur als Landschaftsschutzgebiet, sondern auch als Bestandteil des europäischen NATURA2000-Schutzgebietsnetzes (FFH-Gebiet) ausgewiesen", so BN-Kreisvorsitzender Scheuerlein. "Darüber hinaus befinden sich gerade im Umfeld des Felsenkellers die ökologisch hochwertigsten Laubwaldbestände des gesamten Stadtwalds, die auch einer artenreichen Vogelwelt als Lebensraum dienen sowie bedeutende Fledermausvorkommen. Daher halten wir es für unbedingt erforderlich, dass für die Bewirtschaftung des Felsenkellers gültige Regeln klar gefasst und eindeutig definiert werden.“ Dies betrifft vor allem die Fragen, wer überhaupt eine Zufahrtsgenehmigung erhält, wie lange geöffnet sein darf und wie häufig und wie laut Musik sein darf.

Nun soll beim heutigen, sogenannten Krisengespräch im Fürther Rathaus, zu dem der BUND Naturschutz nicht eingeladen wurde, eine Lösung gefunden werden. Dabei besteht der BN darauf, dass durch die Festlegung verbindlicher Öffnungszeiten auch ausgiebige Ruhezeiten für den Wald und die dort lebenden Tiere zu gewährleisten sind.

Grundsätzlich sind für den BUND Naturschutz Öffnungszeiten des Felsenkellers auch im Winter an Wochenenden bis spätestens zum Einbruch der Dunkelheit vorstellbar. Dies aber nur unter der Bedingung, dass auch im Sommerhalbjahr verbindlich nur bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet sein darf (spätestens 21 Uhr). Einen nächtlichen Kneipen- oder Partybetrieb, der früher oder später auch die künstliche Beleuchtung des Weges durch den Wald nach sich ziehen würde, lehnt der BUND Naturschutz entschieden ab. Außerdem muss gelten, dass im Bereich des Felsenkellers ausschließlich unverstärkte Musik an einer eng begrenzten Zahl von Tagen im Jahr gespielt wird.

siehe Artikel der Fürther Nachrichten vom 27. Februar 2018 "Felsenkeller: Die Comödie übernimmt die Bewirtung"

siehe Artikel der Fürther Nachrichten vom 2. März 2018 "Fürther BUND Naturschutz fordert Regeln für Felsenkeller"