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Ehrenamtliche pflegen Sandbiotop am Quellensteg

Strahlender Sonnenschein über dem Sandmagerrasen am Quellensteg: 20 Freiwillige griffen am ver-gangenen Samstag zu Rechen, Hacken und Astscheren, um das wertvolle Sandbiotop zwischen Fürth und Nürnberg zu dauerhafter Offenheit zu verhelfen.

03.03.2026

Bevor es ans Werk ging, ordneten Antonia Langguth, Mitarbeiterin des Landschaftspflegeverbands Mittelfrankens (LPV) und Reinhard Scheuerlein vom BUND Naturschutz die Lage der Pflegefläche ein. Direkt an der Pegnitz gelegen, ist das geschützte Sandbiotop ein Teil der SandAchse Frankens - dem größten Lockersandgebiet Süddeutschlands, das sich entlang der Flüsse Rednitz, Pegnitz und Regnitz und deren Zuflüsse von Bamberg bis Weißenburg mit einer Ausdehnung von etwa 2.000 Quadratkilometern erstreckt. Das größte Naturschutzgebiet Mittelfrankens, der Tennenloher Forst, das durch den LPV seit 2003 mit Przewalski-Wildpferden beweidet wird, ist ein bekannter Teil dieses Biotopverbunds auf Sand.

Reinhard Scheuerlein, Vorstand der Bund Naturschutz (BN) Kreisgruppe Fürth/Stadt, erläuterte anhand anschaulicher Beispiele, wie angepasst die Tier- und Pflanzenwelt auf diesen heißen, trockenen und nährstoffarmen Sandflächen der „Fränkischen Wüste“ sind. Wie der Ameisenlöwe, einer Larve, die Fangtrichter in feinkörnigen Sand gräbt, um Ameisen zu fangen.

Zu Beginn der Aktion lag viel braunes Laub auf der Fläche. In den Insektenschutzstreifen, die bei der letztjährigen Mahd bewusst über den Winter stehen gelassen wurden, konnten die Teilnehmenden bei genauem Hin-sehen die vertrockneten Blütenstände der Sandgrasnelke des Vorjahres erkennen. Es war kaum vorstellbar, dass diese Bereiche wie auf den gezeigten Fotos im Sommer vor rosa blühenden Sandgrasnelken und violet-tem Berg-Sandglöckchen farbig leuchten.
Viele Teilnehmende waren überrascht zu erfahren, dass selbst Laub von angrenzenden Bäumen für ma-gerste Sandstandorte problematisch ist, weil es Nährstoffe einbringt und damit das Vordringen wüchsiger Pflanzen fördert und so die spezialisierten Pflanzenarten verdrängt werden.

Dann wurde gemeinsam angepackt: Mit Rechen und viel Ausdauer entfernten die 20 Freiwilligen auf beeindruckenden 2.400 Quadratmetern das dichte Laub, schnitten aufkommende Gehölze zurück und legten die charakteristischen offenen Bodenstellen wieder frei. Aus zusammengetragenem Astmaterial entstanden kleine Rückzugsräume für Insekten und andere Kleintiere. Die konzentrierte Arbeit, die Gespräche über Naturzusammenhänge und die Freude am gemeinsamen Tun prägten den Nachmittag. Immer hielten die Helfenden inne, um kleine Funde zu betrachten – etwa eine gut getarnte Eidechse zwischen Blättern und Gras.

Besonders erwähnenswert: Als am späten Nachmittag zu einem gemeinsamen Abschluss gerufen wurde, wollten viele gar nicht aufhören. Zwei hochmotivierte Teilnehmende schufen selbst während des Abbaus zusätzliche Offensande für Wildbienen – ein unerwartet entschlossener Schlusspunkt eines ohnehin kraftvollen Aktionstages.

Und genau darum ging es: Pflege für einen Lebensraum, der ohne regelmäßige Freistellungen verschwin-den würde, sichtbar zu machen und die Menschen für die Pflege zu begeistern. Der Einsatz war zugleich Teil des Jubiläumsjahres des Landschaftspflegeverbands Mittelfranken, der 2026 sein 40-jähriges Bestehen feiert. Dank für die erfolgreiche Gemeinschaftsaktion gilt den motivierten Teilnehmenden und der Stiftung der Familie Schreier für die Unterstützung der Aktion, ebenso dem Amt für Umwelt und Verbraucherschutz und dem Grünflächenamt der Stadt Fürth.

Wer Lust bekommen hat, selbst aktiv zu werden, muss nicht lange warten: Die nächste Mitmach-Aktion auf derselben Fläche findet am Tag der Artenvielfalt, dem 17. Mai 2026, statt. Dann heißt es erneut: Handschuhe anziehen, Sandflächen erleben und gemeinsam Vielfalt gestalten.