Kein Kahlschlag am Flussufer

Mit zunehmender Sorge verfolgt der BUND Naturschutz, dass die Stadt Fürth an der Pegnitz Planungen verfolgt, die starke Eingriffe in Biotope und somit erhebliche Konflikte mit dem Naturschutz erwarten lassen. Der BN appelliert daher dringend an die Mitglieder des Fürther Stadtrats, drohenden Kahlschlägen am Flussufer nicht zuzustimmen.

Pegnitzufer zwischen Karlsteg und Helmplatz

10.05.2019

Bei Planungen zu einer neuen "Uferpromenade" zwischen Karlsteg und Helmplatz ist der BUND Naturschutz strikt dagegen, das bislang naturnahe Ufer in einer Weise zu betonieren wie dies beim ehemaligen Flussbadgelände an der Rednitz passiert ist. Dies war durch die damals schon vorhandenen Ufermauern des ehemaligen Flussbads eine Sondersituation, die an keinem anderen Abschnitt der Fürther Flüsse gegeben ist.

Zudem wäre ein solcher Plan gleichbedeutend mit dem Totalverlust der bestehenden, ökologisch wertvollen Ufervegetation, was für den BUND Naturschutz nicht akzeptabel ist. Erfahrungsgemäß würde auch eine nur wenig vom Flussufer abgerückte Trasse deutliche Eingriffe in den ökologisch wertvollen Ufergehölzstreifen der Pegnitz bedeuten. Der BUND Naturschutz fordert daher mit einer möglichen Wegetrasse einen Abstand von den vorhandenen Ufergehölzen, der deren vollständige Erhaltung garantiert.

Bei den Planungen für eine Bebauung des Geländes der Wolfsgruber Mühle weisen wir darauf hin, dass der größte Teil der Fläche als wertvolles Biotop amtlich kartiert und somit ökologisch bedeutsam ist. Zudem liegt es in einem sensiblen Umfeld direkt an der Pegnitz.

Auch hier fordert der BUND Naturschutz die vollständige Erhaltung des Ufergehölzsaums, was einen Mindestabstand von 20 Metern von geplanten Gebäuden zur Uferlinie unbedingt erforderlich macht. Außerdem lehnen wir bei dem geplanten Vorhaben eine Einbeziehung von Flächen, die als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen sind, ab. Daneben ist der auf dem Gelände vorhandene Großbaum in die Planung einzubeziehen.

Der BUND Naturschutz ruft die Mitglieder des Fürther Stadtrats dazu auf, diese Vorgaben verbindlich in die weitere Planung einzubeziehen und beim vorgesehenen Architektenwettbewerb zur Grundlage und zum prioritären Entscheidungskriterium zu machen.

Abschließend weisen wir darauf hin, dass der Schutz der Gewässer und ihrer Uferbereiche ein zentraler Punkt beim zurückliegenden, sehr erfolgreichen Volksbegehren zum Artenschutz war. Auch deswegen müssen die o.g. Aspekte in besonderer Weise in die Planungen einbezogen werden.

siehe auch
Artikel der Fürther Nachrichten vom 10. Mai 2019