Amphibien auch in Fürth auf Wanderschaft

Schon seit Ende Februar locken an manchen Tagen milde Temperaturen Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren. Auch in Fürth betreuen nun freiwillige Helferinnen und Helfer Schutzzäune, um diese Tiere auf dem Weg zu ihren Laichgewässern vor dem Tod auf den Straßen zu bewahren. Die bayernweite Aktion rettet jährlich 500.000 – 700.000 Amphibien das Leben. Weitere Helferinnen und Helfer sind willkommen.

Ein eingespieltes Team von Ehrenamtlichen betreut den Amphibienzaun

16.03.2019

An den ersten Tagen mit milderen Temperaturen und frostfreien Nächten haben Kröten, Frösche und Molche in diesem Jahr bereits Ende Februar begonnen, sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern machen. Ab einer nächtlichen Temperatur von circa 5 ° C und insbesondere bei regnerischem Wetter sind die fortpflanzungsbereiten Tiere dann massenweise auf Wanderschaft.

Deshalb sind in diesen Wochen wieder zahlreiche ehrenamtlich Aktive des BUND Naturschutz an Straßenrändern unterwegs, kontrollieren jeden Abend und oft auch morgens die Fangzäune und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite.

Allerdings stellen immer mehr Helferinnen und Helfer fest, dass frühere Allerweltsarten wie der Grasfrosch und Erdkröte vielerorts seltener in den Fangeimern zu finden sind. Um die Bestände zu retten, muss der Rückgang von feuchten Wiesen und Weiden in Bayern gestoppt werden, so wie es das unlängst mit überwältigender Beteiligung von der Bevölkerung unterstützte Volksbegehren zur Artenvielfalt vorsieht.

"Viele Amphibien können wir vor dem Straßentod retten. Aber der Rückgang der Insekten macht ihnen dennoch schwer zu schaffen. Denn die Hauptnahrung der Kröten, Frösche und Molche sind Insekten!", so Reinhard Scheuerlein, Vorsitzender Der BN-Kreisgruppe Fürth-Stadt. "Auch der umfangreiche Einsatz von Pestiziden trägt zum allmählichen Verschwinden unserer Amphibien bei. Darum ist es wichtig, dass die Inhalte des erfolgreichen Volksbegehrens zur Artenvielfalt nun ins bayerische Naturschutzgesetz aufgenommen werden".

Mithelfen

Der BN bittet alle Autofahrer in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme:

  • Befolgen Sie die Geschwindigkeitsbegrenzungen an den Amphibienzäunen.
  • Achten Sie an den Stellen, an denen Amphibienzäune errichtet sind, auf die Helfer, die am Straßenrand Tiere einsammeln.
  • Reduzieren Sie Ihr Tempo auf Straßen, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen, auch wenn keine Warnhinweise aufgestellt sind.

Sie haben eine Stelle entdeckt, an der viele Amphibien überfahren wurden und an der kein Schutzzaun errichtet ist? Melden Sie sich bitte per Mail 

In Fürth sind größere Amphibienwanderungen insbesondere an der Straße Am Europakanal zwischen Eschenau und Grundigpark und an der Geißäckerstraße nahe des Mooswegs zu erwarten. An der Eschenau wurde in Zusammenarbeit von Stadt Fürth (Umweltamt, Grünflächenamt), Anwohnerinnen und BUND Naturschutz wieder ein Krötenzaun aufgebaut, der täglich ehrenamtlich betreut wird. Im letzten Jahr konnten auf diese Weise ca. 600 Erdkröten und andere Amphibienarten vor dem Tod auf der Straße bewahrt werden. Auch in diesem Jahr waren schon Abende dabei, an denen zahlreiche Frösche und Kröten die Teiche am Eschenausteg angesteuert haben, um sich dort zu paaren.

Die Beteiligten freuen sich dort über weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die am besten im Bereich Eschenau, Dambach oder Oberfürberg wohnen sollten, um kurze Wege zum Amphibienzaun zu haben. Bitte melden unter Tel. 77 39 40 oder E-Mail.

Ganz wichtig für die Erhaltung der Amphibienbestände ist es auch, in den Teichen (z.B. am Eschenausteg) keine Goldfische auszusetzen, weil diese sich stark vermehren und die Nachkommen von Kröten und Fröschen empfindlich dezimieren.