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Biber wirken auch in Fürth der Austrocknung entgegen

Vielerorts sind aufgrund wochenlang anhaltender Hitze und fehlendem Niederschlag in den letzten Wochen vor allem kleinere Bäche und Gräben ausgetrocknet - mit fatalen Konsequenzen für Tiere dieser Lebensräume. Der BUND Naturschutz (BN) weist darauf hin, dass vom Biber geschaffene Feuchtlandschaften oft letzte Rückzugsgebiete für Fische, Amphibien oder Libellenlarven sind.

01.09.2022

Seit Jahrmillionen ist er sozusagen als Wasserwart im Einsatz, der es wie kein anderer versteht, mit dem zur Verfügung stehenden Wasser optimal zu haushalten: der Biber. Er baut Dämme, die den Wasserstand erhöhen und die es ihm ermöglichen, seine Jungen zu schützen, indem der einzige Zugang zur Biberburg unter Wasser liegt und damit sie bei Gefahr abtauchen können. Gleichzeitig hält er somit das Wasser zurück und schafft so, für den Menschen kostenlos, wasser- und artenreiche Lebensräume in der Landschaft. Und von seiner Fähigkeit profitiert er nicht alleine.

„Durch die anhaltenden Dürreperioden in diesem Sommer trockneten viele Bachläufe aus. Allerletzte Rückzugorte, die Fische, Amphibien, Wasserkleinstlebewesen, Muscheln & Co. vor dem sicheren Tod bewahren, sind oft die vom Biber gestalteten Gewässer mit ihren wichtigen Feuchtbereichen“, erklärt Reinhard Scheuerlein von der BN-Kreisgruppe Fürth-Stadt. „Dort bleibt auch der Tisch für zahlreiche andere Arten wie Fledermäuse, Insekten, Libellen gedeckt.“

Besonders hart getroffen hat es in diesem Sommer im Fürther Bereich den Bucher Landgraben, der aus dem Bereich bei Nürnberg-Ziegelstein über Buch, Ronhof und Herboldshof verlauft und im Norden des Stadtgebiets in die Gründlach mündet. „Aufmerksame Bürger haben Alarm geschlagen, als der Wasserstand stark abgesunken war, und versucht, Fische und Muscheln zu retten so gut es ging. Zumindest für mobile Tierarten waren aber auch hier die Abschnitte mit Biberdämmen lebenswichtige Zufluchtsorte“, so Reinhard Scheuerlein. „Der BUND Naturschutz hält es daher für wichtig, das Wirken des Bibers zukünftig auch unter diesen Gesichtspunkten zu würdigen.“

„Wo das Wasser durch das Wirken des Bibers über die Ufer tritt, verteilt es sich in in der angrenzenden Landschaft. Dort entstehen nicht nur natürliche Lebensräume, sondern es wird auch das Grundwasser in der Umgebung angereichert, denn ein Teil des Wassers versickert im Boden“, so Scheuerlein. Wo solche Flächen genutzt werden, kann das bei Land-, Forst und Teichbewirtschaftern zu Sorgen und Unzufriedenheit führen.

Doch hierfür gibt es unterstützende Hilfe durch das Bayerische Bibermanagement und als direkten Ansprechpartner die Unteren Naturschutzbehörden an den Landratsämtern. Sie werden unterstützt durch ehrenamtliche Biberberater*innen. Diese informieren ausführlich und umfassend über den Biber und seine Lebensweise sowie die Möglichkeiten, wie wir mit dem Biber als Gewässernachbar gemeinsam leben können.