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Drei Jahre Volksbegehren zur Artenvielfalt - und immer noch viel zu tun

Mitte Februar hat sich der Abschluss des Volksbegehrens zur Artenvielfalt zum dritten Mal gejährt. Mit dem sehr hohen Zustimmungswert von 19,4 % hatten sich auch in der Stadt Fürth zahlreiche Bürgerinnen und Bürger für das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ eingetragen.

 

Auch wenn schon einige Verbesserungen im Stadtgebiet umgesetzt wurden, gibt es nach Auffassung des BUND Naturschutz (BN) immer noch viel zu tun, um die schwindende Artenvielfalt und das Insektensterben aufzuhalten. Zumal diese Themen durch das Volksbegehren viel mehr Aufmerksamkeit bekommen haben.

21.02.2022

Dazu sollen in Fürth zwei Themenbereiche besonders hervorgehoben werden:

  • Grünflächenpflege

Der BUND Naturschutz begrüßt, dass die Stadt im Jahr 2021 insgesamt an 15 Standorten neue Blühflächen auf einer Fläche von rund 2.400 m² geschaffen hat und damit der Bestand an artenreichen Blühflächen seit Herbst 2019 auf rund 8.000 m² angestiegen ist. Noch sehr viel größer sind allerdings die Flächen, die von städtischen Dienststellen regelmäßig gepflegt werden und auf denen auch wichtige Beiträge für den Insektenschutz möglich sind. Dabei wurde sicherlich an etlichen Stellen die Häufigkeit des Mähens von Wiesen und Randstreifen bereits verringert.

Allerdings erreichen den BUND Naturschutz immer noch Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern über zu häufiges Mähen, wodurch der Blütenbestand und damit die Nahrungsgrundlage von Insekten ohne erkennbaren Grund dezimiert wird, so z.B. an den Ufern des Bucher Landgrabens und des Scherbsgrabens. Daher ruft der BN die Stadt dazu auf, dass die verschiedenen damit befassten Dienststellen, frühzeitiges, häufiges und radikales Mähen weiterhin kritisch hinterfragen und nach schonenderen Lösungen zu suchen.

Der BUND Naturschutz hält dabei die Fortbildung des vor Ort eingesetzten Personals mit dem Ziel einer artenschutzgerechten Flächenpflege für eine sehr wichtige Maßnahme. Dazu liefert auch das Bayerische Umweltministerium mit dem "Praxis-Handbuch für Bauhöfe" eine praktikable Hilfestellung, damit Kommunen ihre Flächen im Sinne des Insektenschutzes gestalten können.

Nach wie vor ist das Liegenlassen von Mähgut, die sogenannte Mulchmahd, ein großes Problem für die Erhaltung und Entwicklung blütenreicher Wiesen und Randstreifen im Stadtgebiet. Denn damit ist eine Nährstoffanreicherung verbunden, durch die eher monotone Pflanzenbestände entstehen, in denen schließlich Brennnesseln und andere Stickstoffzeiger mit wenig ausgeprägten Blütenangebot immer mehr zunehmen. Der BUND Naturschutz appelliert daher an die Stadt Fürth, von der Mulchmahd schrittweise auf andere Formen der Flächenpflege mit einer Entfernung des Mähguts umzusteigen.

  • Niedriger Anteil an Bio-Landwirtschaft

Erheblicher Nachholbedarf besteht auf den landwirtschaftlichen Flächen im Stadtgebiet beim ökologischen Landbau: so wurden gemäß der Staatsregierung in der Stadt Fürth noch im Jahr 2019 erst rund drei Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche ökologisch bewirtschaftet. Demgegenüber ist im Bayerischen Naturschutzgesetz ein Anteil von 30 Prozent für 2030 als Ziel vorgesehen.

Der BUND Naturschutz hält es daher für sehr wichtig, die Nachfrage nach regionalen und saisonalen Bio-Produkten zu stärken und ruft dazu auf, dieses Ziel auch für die Stadt Fürth konsequent zu verfolgen. Gerade auch, um überdimensionierte Gewächshausbauten zu vermeiden, sollte die Ernährung mit saisonalen Produkten in den Blickpunkt gerückt werden.

Daher ruft der BUND Naturschutz die Stadt und ihre Tochterunternehmen sowie die Fürther Dienststellen staatlicher Behörden dazu auf, verstärkte Anstrengungen zu unternehmen, den regionalen und saisonalen Bio-Anteil bei der Verpflegung in ihren Einrichtungen und bei ihren Veranstaltungen zu erhöhen und bittet dazu um konkrete Schritte.