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Jetzt unterschreiben für Fürther Trinkwasser!

ICE-Werk ja, Bannwaldrodung nein, so lässt sich die Position des BUND Naturschutz zu dem geplanten Großprojekt zusammenfassen. Jetzt ist es amtlich! Das Raumordnungsverfahren für das ICE-Werk an drei Standorten im Reichswald wurde am 4.5.2022 veröffentlicht. Im Verfahren ist der Standort im Waldgebiet bei Allersberg / Harrlach im Landkreis Roth weiterhin enthalten, der im Einzugsbereich wichtiger Trinkwasserbrunnen der infra liegt. Die Fürther Kreisgruppe des BUND Naturschutz (BN) schließt sich dem Bündnis gegen die Standorte in den für unser Klima und Wasser wichtigen Waldgebieten an.

07.06.2022

Hier an der Online-Unterschriftensammlung teilnehmen

Oder die Unterschriftenliste, bitte bis 25.6. an den BUND Naturschutz (Adresse auf der Liste) schicken.

Die BN-Kreisgruppe Fürth-Stadt hatte bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass das Fürther Trinkwasser gefährdet ist, falls die Wahl auf den Standort Allersberg/ Harrlach fallen würde. Die dortigen Brunnen der infra Fürth sind für die Fürther Trinkwasserversorgung von entscheidender Bedeutung, denn die Stadt bezieht über 40% ihres Trinkwassers von dort.

Doch mitten im Einzugsgebiet dieser Brunnen verfolgt die Deutsche Bahn weiterhin die Planung, ein 45 Hektar großes ICE-Werk zu bauen. Zusammen mit zwei geplanten Gewerbegebieten des Marktes Allersberg (mit insgesamt 29 Hektar) würden dort große Industrieflächen entstehen – mit unabsehbaren Auswirkungen für das Grundwasser, aus dem das Fürther Trinkwasser gewonnen wird.

„Die BN-Kreisgruppe Fürth-Stadt ruft daher nun auch alle Fürther Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich mit Einwendungen gegen den Standort Harrlach für das ICE-Werk zu beteiligen, da das Raumordnungsverfahren dazu beginnt“, so Waltraud Galaske vom Fürther BUND Naturschutz.

Die BN-Kreisgruppe Fürth-Stadt ist dabei Bestandteil eines großen Bündnisses „Rettet den Reichswald“ und solidarisch mit den Initiativen, die sich gegen andere Standorte auf Kosten des Bannwalds im Reichswald engagieren.

Unser alternativer Vorschlag für das ICE-Wartungswerk im Nürnberger Hafen ist planerisch und technisch machbar. Nur aus politischen Gründen will die Bahnspitze den Hafenstandort nicht haben. Letztlich wird sich die Frage stellen, ob der Bund, die Bahn, der Freistaat und die Bayernhafen GmBH die Schonung des klimatisch für die ganze Region so wichtigen Bannwalds höher bewerten, als die Aufwendungen, die beim Standort Hafen erbracht werden müssten“, so Klaus-Peter Murawski, 1. Vorsitzender BN-Kreisgruppe Nürnberg-Stadt.

Trinkwasser wird immer wichtiger

„Die Sicherung qualitativ hochwertigen und ausreichenden Trinkwassers wird immer wichtiger. Denn im Zuge der Klimakrise drohen zunehmend längere Trockenzeiten, die zu sinkenden Grundwasserständen und versiegenden Quellen führen“, erklärt Waltraud Galaske, 2. Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Fürth-Stadt. So brachte auch das diesjährige Frühjahr im Fürther Raum bislang erst eine unterdurchschnittliche Regenmenge.

Dennoch sind immer noch die Pläne der Bahn, großflächig den Wald im Trinkwassereinzugsgebiet abzuholzen und anschließend umfangreich zu bebauen in der engeren Wahl. Dieses Gebiet würde dann bei der Trinkwasserneubildung für die Stadt Fürth fehlen. die bei Überschwemmung der Brunnen im Fürther Rednitzgrund sogar zu 100 Prozent von dort aus versorgt wird. Dabei ist das Wasser aus dem Gebiet um Harrlach besonders nitratarm und erreicht eine sehr gute Wasserqualität, da es dort wenig intensive Landwirtschaft gibt und der Waldboden das Regenwasser perfekt filtert.

Selbst wenn durch Rückhaltebecken Regenwasser im Werksgelände aufgefangen werden sollte, ist damit zu rechnen, dass sich die Qualität des dortigen Grundwassers deutlich verschlechtert. Auch ist der Wasserbedarf des ICE-Werks nicht zu unterschätzen, der zusätzlich die Kapazitäten der Brunnen belasten würde. So sollen z.B. große Wassermengen zur Reinigung von Zügen eingesetzt werden. Dieses stünde dann nicht mehr für die Trinkwasser-versorgung zur Verfügung.

Daher ruft der BUND Naturschutz die Bahn auf, sparsam mit den kostbaren Naturgütern Wald und Wasser umzugehen. „Bei einer fortschreitenden Klimakrise mit vermehrten Trockenperioden werden wir auch in Fürth zunehmend mit Wasserknappheit zu kämpfen haben“, so Reinhard Scheuerlein, Vorsitzender der Kreisgruppe. „Deutliches Zeichen dafür sind schon jetzt unzählige Wald- und Stadtbäume, die nach jahrzehntelangem Wachstum in den letzten Jahren durch lange Trockenperioden und gesunkene Grundwasserstände im Stadtgebiet abgestorben oder schwer geschädigt sind.“ Waltraud Galaske ergänzt: „Daher ist der Erhalt der Waldgebiete uns so wichtig.“

Schon am 22. März, dem Weltwassertag, zu dem die Vereinten Nationen (UN) seit 1992 aufrufen, hatten der Fürther BN und die Bürgerinitiative „Kein ICE Werk bei Harrlach“ vor dem Fürther Rathaus demonstriert, um an die Bedeutung von Wasser als der wichtigsten Ressource allen Lebens zu erinnern.

Die elementare Bedeutung des Grundwassers als unverzichtbare Ressource und Teil des Wasserkreislaufs sowie die Belastungen, denen es durch menschliche Tätigkeiten und zunehmend durch die Klimakrise ausgesetzt ist, müssen in Politik und Öffentlichkeit noch stärker präsent und bewusst werden. Aus diesem Grund rückt der BUND Naturschutz die Bedeutung und den Wert unseres kostbaren Grundwassers ins Bewusstsein.