Amphibienschutz in Fürth

Mit den ersten milden Abenden Ende Februar/ Anfang März und bevorzugt bei feuchter Witterung verlassen unsere heimischen Amphibienarten teilweise in großer Zahl ihre Winterquartiere in Wäldern und Gehölzbeständen. Damit begeben sie sich in Gefahr, denn als erstes Ziel haben sie den Teich oder Weiher, in dem sie einst selbst zur Welt kamen.

Wenn sie auf dem Weg dorthin eine Straße überqueren müssen, fallen sie oft in Massen dem Straßenverkehr zum Opfer. Denn so kurz nach der Winterruhe sind sie noch sehr träge und bewegen sich nur langsam. Wenn die Frühlingssonne die obersten Bodenschichten erwärmt, verlassen die Erdkröten und Frösche ihre Winterquartiere unter Laub und in Erdhöhlen.

Laichzug, nicht Leichenzug

Krötenzaun an der Geißäckerstraße in Burgfarrnbach
Krötenzaun an der Geißäckerstraße in Burgfarrnbach

Vor allem in feuchtwarmen Abend- und Nachtstunden - vorzugsweise bei leichtem Regen und einer Temperatur von über 5 °C - überqueren die Amphibien scharenweise die Straßen, um in Teichen und Feuchtgebieten abzulaichen. Bis zu drei Kilometer werden von den Amphibien auf der Wanderung zu den Laichgewässern zurückgelegt. Erst im Wasser kann die Hochzeit stattfinden.

Damit der Laichzug der Lurche nicht zum Leichenzug wird, helfen ehrenamtliche Amphibienschützer des BUND Naturschutz. Überall in Bayern werden Amphibienübergänge betreut und Amphibienzäune aufgebaut, um ca. 700.000 Amphibien vor dem Straßentod zu retten. An den betroffenen Straßenabschnitten werden die Tiere mit Falleimern eingesammelt und über die Straße gebracht, damit sie ihr Laichgewässer erreichen.

Amphibienübergänge in Fürth

Amphienübergang an der Straße "Am Europakanal" an der Eschenau

In Fürth sind größere Amphibienwanderungen zum Beispiel an der Geißäckerstraße nahe des Mooswegs und an der Straße Am Europakanal zwischen Eschenau und Grundigpark zu erwarten. Von 2001 bis 2017 baute der BUND Naturschutz an der Geißäckerstraße in Burgfarrnbach alljährlich einen Krötenschutzzaun auf und betreute diesen während der Wanderung der Erdkröten. Auf diese Weise konnte schon zahllosen dieser Tiere das Leben gerettet werden. Derzeit wird dieser Straßenabschnitt ohne Krötenzaun betreut.

An der Straße "Am Europakanal" wird von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Fürth seit 2016 ein Krötenschutzzaun aufgebaut und ehrenamtlich betreut. 

Bei diesen Aktionen sind für weitere Helfer sehr dankbar. Bei Interesse melden sie sich bitte in unserer Geschäftsstelle (Tel. 0911 / 77 39 40 oder E-Mail)

Helfer gesucht

"Ohne Rücksicht und Hilfe haben viele dieser Amphibien kaum eine Chance", so Reinhard Scheuerlein, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Fürth-Stadt. Der BUND Naturschutz bittet daher alle Autofahrer, in Nächten mit Temperaturen über 5°C besonders aufmerksam zu sein. Gerade im Umfeld von Teichen und in Talauen ist mit starken Wanderungen von Erdkröten und Fröschen zu rechnen! Außerdem ist es wichtig, dort die Geschwindigkeit zu reduzieren und auf ehrenamtliche Helfer zu achten, um diese nicht zu gefährden.

Artikel der Fürther Nachrichten vom 5. März 2007 "Damit die Amphibien nicht von Autos zerquetscht werden, stellen Naturschützer Zäune auf"

Artikel der Fürther Nachrichten "Naturschützer fürchten ein Krötensterben" vom 23. März 2007

Artikel der Fürther Nachrichten "Ein Herz für verschlafene Kröten" vom 28. Februar 2017

Artikel der Fürther Nachrichten "Burgfarrnbacher Amphibien bekommen im Farrnbachgrund ein Feuchtbiotop" vom 5. September 2018

Umweltpreis

Für ihre engagierten Bemühungen im Umwelt- und Naturschutz über Jahre hinweg wurde den am Krötenschutzzaun aktiven Mitgliedern der BN-Kreisgruppe Fürth/Stadt im Oktober 2008 von Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung eine Anerkennung im Rahmen des Umweltpreises der Stadt Fürth verliehen (im Bild links, zusammen mit anderen Preisträgern).